Mädchen im Eishockey

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Eishockey ist nur etwas für harte Kerle. Dieser Aussage widersprechen 23 aktive Spielerinnen der TuS Harsefeld Tigers. Von Lauflerner bis Jugend, in jeder Altersklasse und in jeder Mannschaft sind Mädchen gemeldet. Unser jüngstes Mitglied ist mit drei Jahren Rosalie Ozeryanski, unsere älteste ist Josephine Porada, Jahrgang 2000.

Wohin der Weg im Eishockeysport führen kann, zeigen zwei junge Frauen, die in Harsefeld ihre ersten Schritte auf dem Eis gewagt haben: Erfolgreichste Harsefelder Eishockeyspielerinnen der Vergangenheit sind Ronja Jenike, geb. Richter und Ronja Müller.

 

Ronja Jenike wurde am 28.12.1989 in Hamburg-Harburg geboren und begann ihren Sport im TuS Harsefeld. Bis 2004 blieb sie dem Verein treu, dann zog es sie nach Hamburg. Dort spielte sie im Auswahlteam der Young Freezers U16 und U18, außerdem in der Bundesligamannschaft des HSV. Parallel dazu hatte der Bundestrainer sie in den DEB Nationalkader berufen und sie spielte in der Saison 2007/2008 zum ersten Mal im Nationalteam des DEB. Da das Damennationalteam in Bayern stationiert ist und sie für die regelmäßigen Trainingseinheiten vor jedem Wettbewerb lange Fahrwege auf sich nehmen musste, zog sie schließlich 2009 in den Süden und spielt seitdem in der Damenmannschaft des ESC Planegg. Mit ihrer Mannschaft wurde sie seit 2010 fünfmal Deutscher Meister und einmal Vizemeister. Als Verteidigerin spielte sie nationale und internationale Meisterschaften, Olympiaqualifikationen und Weltmeisterschaften. In der B-WM 2016 in Aalborg gelang ihr im Kader der deutschen Eishockey-Frauen mit vier Siegen und einer Niederlage der Aufstieg in die Top Division. Die Saison 2016/2017 war wohl die aufregendste, erfolgreichste und arbeitsreichste ihres jungen 27jährigen Lebens. März 2017: Gewinn der deutschen Meisterschaft im Eishockey mit dem ESC Planegg-Würmtal. April 2017: das bislang beste WM-Abschneiden mit dem DEB Frauen Nationalteam. Nach Siegen gegen Schweden, Tschechien und Russland erobern die Frauen den sensationellen 4. Platz der WM 2017. Mai 2017: Als PR-Referentin und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des DEB ist sie während der Weltmeisterschaft der Herren in Köln und Paris als Pressesprecherin vor Ort und wird zusätzlich ihrem Ehemann Nationaltorwart Andreas Jenike beide Daumen drücken. Wegen ihrer vielfältigen Aufgaben rund um den Sport gilt sie als die deutsche „Mrs. Eishockey“.

 

Ronja Müller wurde am 11.11.1990 geboren und mit drei älteren eishockeyspielenden Geschwistern war ihr Weg schon früh vorgezeichnet. Mit vier Jahren bekam sie als jüngste gemeldete Spielerin ihren ersten Spielerpass. Sie blieb den Tigers bis 2005 treu, trainierte aber schon in der Saison 2004/2005 als 13jähriges HSV-Küken (Pressemitteilung 19.01.2005) im Kader der Damenbundesligamannschaft des HSV mit. Dort durfte sie aufgrund ihres Alters aber erst 2006 ihre Schlittschuhe schnüren. Parallel zu ihrer Karriere beim HSV wurde sie in den U18 DEB Nationalkader der Damen berufen. Auch Ronja Müller durfte sich während ihrer Zeit in der Damenbundesliga über einen Meistertitel und Pokalgewinn freuen. Vom HSV wechselte sie zum Adendorfer EC und schließlich zu den Crocodiles Hamburg. Auch dort sorgt sie weiter für Schlagzeilen. In der HL-Sports-News war am 20.12.2016 zu lesen: „Müller schießt Beach Girls ab. (…) Faktisch im Alleingang erledigte sie die Beach Girls“. Das ist auf jeden Fall eine Schlagzeile wert, war sie doch 2015 gerade erst Mutter eines kleinen Jungen geworden.

 

Auch in der Saison 2016/2017 haben wir erfolgreiche Harsefelder Eishockeyspielerinnen.

Unsere derzeitigen Aushängeschilder sind:

Kim Leonie Fitschen. Sie steht im Tor der Kleinschülermannschaft des Molot EC und wurde gerade mit ihrer Mannschaft Norddeutscher Meister der Kleinschüler in der Saison 2016/2017.

Luzy Wollgast. Sie steht sowohl im Tor unserer Schülermannschaft als auch im Tor der Damen der   Crocodiles im FTV Hamburg. (siehe unten.)

Die Förderung der Mädchen und jungen Damen im Eishockey ist obligatorisch. Geht es doch darum, die kommenden Jahre mit dem DEB Nationalkader der Eishockey-Frauen weiterhin erfolgreich zu sein.

Deshalb werden jedes Jahr am Anfang der Saison vom Deutschen Eishockeybund e. V. alle Mädchen und Frauen zu einem Sichtungs- und Auswahltraining der Damen eingeladen. Diese Saison fand die freiwillige Tagessichtung Niedersachsen am 20. November 2016 in Wolfsburg statt und betraf die Jahrgänge 2000 – 2005. Niemand Geringeres als Benjamin Hinterstocker, Frauen-Bundestrainer und Tommy Kettner, Frauen-Bundesnachwuchstrainer nahmen diese Saison 2016/2017 die Sichtung persönlich vor.

Die weiteren Förderungsmaßnahmen werden durch die Durchführungsbestimmungen des NEV gesichert. In der letzten Saison durften die Mädchen über drei Altersklassen spielen. Als jüngerer Jahrgang in der niedrigeren, in ihrer eigenen und als Hochspielerinnen in der nächsthöheren Mannschaft. Das hieße für Kim Leonie, sie hätte Kleinschüler, Knaben und Schüler spielen dürfen. Diese Saison ist der Spielmodus eingeschränkt: Nur noch der ältere Jahrgang darf hochspielen. Die Mädchen des jüngeren Jahrgangs dürfen „runterspielen“ und haben dann, gegenüber den Jungs, den Vorteil in zwei Altersgruppen spielen zu dürfen. (Die Jungs des jüngeren Jahrgangs sind seit dieser Saison leider blockiert, dürfen nur in ihrer Altersklasse spielen.)

 

Ein kleiner Auszug aus den Durchführungsbestimmungen:

11.13 Einsatz von Spielerinnen in niedrigeren Altersklassen

Artikel 51 Ziffer 8 DEB-SpO wird angewandt. Mädchen der Juniorenaltersklasse können in der Jugendaltersklasse, Mädchen der Jugend-/DNL-Altersklasse (nur junger und mittlerer Jahrgang) in der Schüleraltersklasse und Mädchen der Schüleraltersklasse in der Knabenaltersklasse in ein und derselben Mannschaft spielen. Ergänzend hierzu dürfen Mädchen der Knabenaltersklasse (nur junger Jahrgang) gemeinsam mit männlichen Spielern in der Kleinschüleraltersklasse und Mädchen der Kleinschüleraltersklasse (nur junger Jahrgang) gemeinsam mit männlichen Spielern in der Kleinstschüleraltersklasse in ein und derselben Mannschaft spielen.

Unsere Torhüterin Emma Ziemann darf als älterer Jahrgang Bambini sowohl ihre Turniere spielen als auch den Kleinschülerkader unterstützen.

Unsere Kleinschülerin Hanna Ernst darf noch an Bambini Turnieren teilnehmen und im Kleinschülerkader spielen.

Knabenspielerinnen Kim Leonie Fitschen, Florentine Porada und Sofia Schwan spielen in der Kleinschülermannschaft und dürften im Knabenteam auflaufen.

Pauline Porada dürfte diese und nächste Saison im Knabenkader und im Schülerteam spielen.

Josephine Porada ist aufgrund ihres Geburtsjahres im Jugendkader gemeldet und darf diese und nächste Saison noch für die Schüler ihre Schlittschuhe schnüren.

 

11.15 Spielerinnen mit Doppellizenz

Für Spielerinnen, in deren Stammverein es keine Frauenmannschaft gibt, kann eine Doppellizenz beantragt werden. ……

Ein einmaliger Wechsel der Doppellizenz ist vom 01.12. bis 31.01. möglich. Solche durch den LEV Niedersachsen erteilte Doppellizenzen haben nur im Spielbetrieb unter der Leitung des Niedersächsischen Eissport-Verbandes Gültigkeit.

Niedersächsischer Eissport-Verband e.V. – Durchführungsbestimmungen Nachwuchs 2016/2017 | Fassung vom 03.09.2016 (01.12.2016)

Luzy Wollgast, Spielerin des Schülerkaders, steht mit einer Doppellizenz sowohl im Tor der Schüler des TuS Harsefeld als auch im Tor der Damenmannschaft der Crocodiles im FTV Hamburg und spielt diese Saison in der Frauenliga Nord/Ost 2016/2017 gegen folgende Mannschaften: Adendorfer EC, Altonaer SV, EC Hannover Indians, REV Bremerhaven, SG Hamburger SV/ EHC Timmendorfer Strand 06. Sie hat die Möglichkeit zweimal die Woche am Training der Damenmannschaft in der Farmsener Eishalle teilzunehmen und zusätzlich dreimal die Woche mit unseren Schülern auf das Eis zu gehen. Luzy hat im Team der Damen der Crocodiles Hamburg schon drei Spiele absolviert. Zurzeit belegt sie mit ihrem Damenteam den dritten Platz in der Tabelle.

Auch Josephine Porada, Jahrgang 2000 befindet sich schon als Spielerin zumindest auf der Internet-Seite der Damen der Crocodiles Hamburg und nimmt regelmäßig am Training in der Farmsener Eissporthalle teil.

Etwas Statistik: Die älteste Spielerin der im NEV gemeldeten Frauen-Mannschaften ist Jahrgang 1961, die jüngsten Spielerinnen sind Jahrgang 2001.

 

In naher Zukunft eine eigene Mädchen- und Damenmannschaft in der Eishockeysparte beim TuS Harsefeld zu melden, wäre ein Traum der Verantwortlichen der Eishockeysparte. Wenn man sich unsere eishockeybegeisterten und ehrgeizigen Mädchen und jungen Frauen ansieht, könnte dieser Traum Wirklichkeit werden.

 

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